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Onlineshop erstellen

Darauf kommt es in 2019 an!

Aus der Reihe: „Shopsysteme im E-Commerce – Von der Strategie bis zum Verkauf“

Teil 1: Den eigenen Onlineshop erstellen – darauf kommt es in 2019 an!

Im ersten Artikel unserer vierteiligen monatlichen Blogserie „Shopsysteme im E-Commerce – Von der Strategie bis zum Verkauf“ stellen wir Euch vor, welche Faktoren bei der Auswahl des richtigen Shopsystems zu beachten sind. Die nächsten Folgen findet Ihr zu Beginn  jeden Monats bei Webworker Insider.

Sowohl für Händler als auch im Direktvertrieb sind Onlineshops nicht mehr wegzudenken. Im Gegensatz zu Plattformen wie Amazon oder Ebay bietet Onlinehandel auf der eigenen Webseite volle Kontrolle, Skalierbarkeit und zusätzliche Marketingmöglichkeiten. Neben den rechtlichen und organisatorischen Fragestellungen spielt auch die Technologieauswahl eine wichtige Rolle für den späteren Erfolg. Das Shopping-Erlebnis muss sich für die Kunden im Internet reibungslos und komfortabel darstellen. Um dies zu gewährleisten, braucht es von Beginn an die richtige Strategie! Wir zeigen Euch im Folgenden, wie Ihr Eure Strategie in drei Schritten definiert.

Schritt Eins: Die Wahl des richtigen Shopsystems – Basis für den Erfolg im E-Commerce

Wer seinen eigenen Onlineshop aufbauen will, kann auf eine sehr große Auswahl an bewährter Onlineshopsoftware setzen – von CMS-Erweiterungen über Cloud- bis hin zu Open-Source-Lösungen. Die Shopsysteme unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht: Funktionsumfang, Usability, verfügbare Tools, Shopsoftware-Architektur und nicht zuletzt der Preis variieren teils deutlich. Besonders, wenn es darum geht, einen neuen Onlineshop aufzusetzen, können Unternehmen aus dem vollen Angebot schöpfen.

Doch wie lässt sich entscheiden, welches Onlineshopsystem sich am besten eignet? Grundsätzlich lassen sich die folgenden Kriterien heranziehen, um zu einer engeren Auswahl zu finden:

1
Bestehende technische Systeme:
Ist ein Warenwirtschafts-, ERP- oder CRM-System vorhanden, für das eine Schnittstelle zum Onlineshop notwendig ist? Wird der Onlineshop in eine bestehende Webseite integriert? Ist eine Anbindung an weitere vorhandene Systeme erforderlich – beispielsweise die eigene externe Bilddatenbank, ein Content Delivery Network (CDN) oder Content Management System (CMS)?
2
Produkte im Shopsystem:
Welches Produktinformationsmanagement (PIM) bzw. welche Produktdatenbanken sollen zum Einsatz kommen? Sind Produkt- und Preisvarianten vorgesehen? Ist ein zentrales PIM bereits vorhanden oder ist eine Einführung geplant? Ist ein Produktkonfigurator für individuelle Artikel gewünscht? Werden im Onlineshop Abo-Modelle angeboten?
3
Content im Onlineshop:
Mit welchen Inhalten werden die Produkte auf der Seite präsentiert (Bilder, Audio, Video)? Welche Content-Formate – zum Beispiel Blogs – kommen auf der Webseite zum Einsatz? Ist die Einbindung von Social Media relevant?
4
Kundenanforderungen:
Ist Mehrsprachigkeit ein Thema? Welche Zahlungsmethoden müssen vorhanden sein? Wie differenziert ist die Möglichkeit zur Produktsuche innerhalb des Onlineshops? Handelt es sich um einen B2C oder einen B2B Onlineshop? Welche Frontends sollen eingebunden werden – zum Beispiel Voice Order?
5
Die eigenen Anforderungen:
Wie viel technisches Know-How bzw. Umsetzungskompetenz ist im Unternehmen vorhanden? Welche technischen Voraussetzungen gilt es zu berücksichtigen? Wie hoch ist der Budgetrahmen? Soll Business Intelligence zum Einsatz kommen? Sind die bisherigen Prozesse flexibel, um sich an die vorgegeben Prozesse eines Onlineshopsystem anzupassen, oder stimmen diese ggf. schon überein?
6
Marketing und Zielgruppen:
Unterstützt das Shopsystem Suchmaschinenoptimierung (SEO)? Ist Affiliate Marketing Teil der Onlineshop-Strategie? Soll die Anbindung zu einem Third Party Marketplace erfolgen?
7
Service- und Support vom Anbieter:
Stellt dieser regelmäßige Updates und Support zur Verfügung? Wird das Shopsystem auf dem aktuellen Stand von Technik und Regularien gehalten? Wie häufig sind die Intervalle der Updates  vor allem im Bezug auf Sicherheitsupdates? Wie wartungsintensiv wird das Shopsystem sein?

Anhand dieser und weiterer Kontrollfragen lässt sich herausfinden, welcher Projektumfang zu erwarten ist und nicht zuletzt auch, welches Shopsystem für das Projekt in Frage kommt. Gerade bei großen Unternehmen mit gewachsenen IT-Strukturen und einer breiten Produktpalette bringt der Aufbau oder Relaunch des Onlineshops eine hohe technische Komplexität mit sich. Deshalb sind eine solide Strategie und die richtige Einbindung externen Dienstleister wichtige Erfolgsfaktoren.

Schritt Zwei: Step by Step – Diese Checkliste gilt es bei der Erstellung eines erfolgreichen Onlineshops zu beachten

Um die jeweilige Onlineshop-Lösung technisch professionell umzusetzen, ist das richtige Team natürlich eine wichtige Voraussetzung! Mit dabei sein müssen Experten aus den Bereichen Marketing, UX und UI Design, Internetrecht, Frontend-Entwicklung und Backend-Entwicklung.

Ob im klassischen oder agilen Projektmanagement müssen alle Rollen an einem Strang ziehen, um das Projekt zu einem Erfolg zu machen. Selbst Du musst hier häufig mehr Zeit investieren als Du zunächst vielleicht annimmst. Wenn Du ein Haus bauen willst, musst Du es erst mit dem Architekten planen, dann folgen die Umsetzungen und hier wirst Du immer wieder viele Kleinigkeiten entscheiden, die den Bau nicht aufhalten dürfen. Am Schluss wirst Du mit Deinen Möbeln und Inhalten einziehen. Oft entscheidet man sich hier auch für neue Möbel, die erst einmal gefunden werden müssen, um alte Dinge bei dieser Gelegenheit wiederum auszumisten.  Bei einem Onlineshop ist das ganz genau so. Früh Anfangen ist hier meistens von Vorteil, da man neue Medien oder Formate oftmals im Vorhinein auch gleich ganz anders berücksichtigen sollte.

Zu Beginn spielt das Marketing eine entscheidende Rolle in der strategischen Konzeption des Onlineshops. Hierbei werden beispielsweise Aspekte wie die Menüführung, die Linkstruktur und die Integration von Bereichen für SEO Texte konzipiert. Ebenso werden die Anforderungen, die Promotions, Gutscheine und natürlich auch das E-Commerce Tracking mit sich bringen, betrachtet und in ein Gesamtkonzept verwandelt.

Designer setzen die Inhalte des Onlineshops so in Szene, dass sie den hohen Ansprüchen der Usability und der User Experience gerecht werden und helfen dabei, dem Kunden die Navigation über die „digitale Ladenfläche“ so übersichtlich wie möglich zu gestalten. Mobile First, Parallax-Effekte, Animationen (z.B. umgesetzt als Partikel-Animation in JavaScript) oder dynamische Farbverläufe sind nur einige Schlagwörter, die zu modernem Design gehören. Daran haben auch wir uns beim Relaunch unserer eigenen Webseite orientiert.

Außerdem gilt es die Rahmenbedingungen des Internetrechts zu beachten und diese in die weitere Vorgehensweise mit einzubeziehen. Die AGBs, das Impressum, der Cookie-Hinweis, die Datenschutzerklärung, etc. müssen in den Onlineshop integriert werden und auch zahlreiche Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung abgeschlossen werden. Hinzu kommen die technischen Erfordernisse zum Thema DSGVO, die im Vorfeld geklärt werden sollten. Hierzu zählen beispielsweise die korrekte Einbindung des Newsletterdienstes, der Analysetools, der Plugins, Videos und vieles mehr.

Auf Frontend-Seite arbeiten Entwickler gerne mit JavaScript (JS), um benutzerfreundliche und interaktive Onlineshop-Seiten mit Animationen, Interaktionsmöglichkeiten, Variantenauswahl, Pop-Ups, etc. zu erstellen. Das bietet die Grundlage für die technisch reibungslose Funktionsweise des Onlineshops: Die Seite muss beispielsweise nicht ständig neu geladen werden, um weitere Inhalte zu zeigen, weshalb lange Wartezeiten im Einkaufserlebnis verhindert werden – das und vieles mehr wird natürlich auf allen Endgeräten gewährleistet. Dies ist in der heutigen Zeit eine echte Herausforderung: Denn Seiten sollen sich responsiv anpassen – sowohl auf das Smartphone-Display als auch den riesigen 27-Zoll Widescreen-Monitor. JS-Frameworks wie React oder Angular helfen bei der Umsetzung des Frontends. Allerdings will auch diese Technologieauswahl bedacht sein, weshalb die Frontend-Entwickler gemeinsam mit ihren Backend-Kollegen beratend tätig sind.

Daraufhin kümmern sich die Backend-Entwickler um alle serverseitig ausgeführten Programme, die zumeist auf PHP laufen, sowie Datenbanken in MySQL- oder NoSQL-Technologie. Eine wichtige Rolle nimmt in smarten und innovativen Shopsystemen das Schnittstellen-Management ein. Denn ein E-Commerce System Backend, das beispielsweise auf die Datenbasis eines ERP-System aufbaut, muss sich reibungslos sowohl im Backend als auch im Frontend des Onlineshops integrieren lassen.

Last but not least wird wiederum vom Marketingteam das Tracking mittels Google Analytics oder anderen Webanalysetools realisiert und getestet. Dies ist insbesondere für den zukünftigen Erfolg des Onlineshops relevant, da man so beispielsweise gezieltes Remarketing für Warenkorbabbrecher bei Google Ads und Facebook beitreiben kann. Durch darauffolgende Reportings und Optimierungsmaßnahmen werden Traffic und Umsatz Deines Onlineshops gleichermaßen gestärkt.

Schritt Drei: E-Commerce Trends 2019 – diese digitalen Trends bestimmen die Onlineshops der Zukunft

Die Digitaltechnologie entwickelt sich rasant weiter – und damit sowohl die Business-Prozesse im Unternehmen als auch die Anforderungen, die Kunden an ein modernes Onlineshop-Erlebnis stellen. Wer den eigenen Onlineshop neu aufbaut tut deshalb gut daran, die aktuellen Technologien zu integrieren. Auch wenn manche Themen nicht auf den ersten Blick zum Webshopsystem selbst gehören, sollten sie für die Gesamtstrategie berücksichtigt werden, um am Ende mehr aus der Investition herauszuholen. Einige von ihnen wurden in der obigen Checkliste bereits erwähnt:

  • Voice Order: Amazon Alexa und andere sprachgesteuerte Devices treten ihren Siegeszug an. Kunden werden sich schnell daran gewöhnen, Produkte vornehmlich über den Dialog mit dem Gerät zu bestellen. Dies ist sowohl auf Frontend- als auch Backend-Seite eine Herausforderung. Denn die Produkte müssen für das Voice-Order-System auffindbar sein.
  • KI, Business Intelligence & Personalisierung: Auch heute noch liegen in Unternehmen riesige Datenmengen herum, ohne dass aus diesen irgendwelche Rückschlüsse gezogen werden. Die Daten über Absatz- und Besucherzahlen oder verkaufsstarke Zeiten beispielsweise können jedoch bei der Optimierung des Onlineshops entscheidend helfen. Die Grundlage für ein erfolgreiches Heben der Datenschätze bilden: Ein Data Warehouse, in dem sich bereinigte und konsolidierte Daten sammeln lassen, sowie Lösungen für Data Mining und Visualisierung. Machine Learning kann zusätzlich unterstützen, indem es automatisiert Rückschlüsse aus dem Datenmaterial zieht, um Inhalte für jeden Onlineshop-User personalisieren zu können.  Alles steht im Sinne dieser Personalisierung: Jede Zielgruppe, sogar jeder Konsument soll eine auf ihn zugeschnittene Botschaft zur richtigen Zeit erhalten. Das heutige Remarketing wird durch Automatisierung revolutioniert. Wie aus einem Baukasten heraus werden die wichtigsten Informationen gebündelt, in Relation gesetzt und ausgewertet. Gesteuert wird der gesamte Prozess von zahlreichen Algorithmen, die lernfähig sind – eine künstliche Intelligenz mit strategischem Kalkül.
  • Affiliate Marketing: Eine kosteneffiziente Form des Marketings besteht im E-Commerce darin, über Partnerseiten Traffic auf die Produktseiten im Onlineshop zu generieren. Im Affiliate-Modell fällt für den Partner nur dann eine Provision an, wenn der Kunde eine bestimmte Aktion, zum Beispiel einen Kauf tätigt. So einfach und attraktiv das Geschäftsmodell klingt, die Umsetzung bringt eine gewisse technische Komplexität mit sich. Denn es muss sich genau zurückverfolgen lassen, ob der Kunde über den Affiliate-Link auf die Seite gekommen ist. Vor dem Hintergrund der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zieht dies auch noch die Notwendigkeit eines sehr genauen Datenmanagements mit sich.

An dieser Stelle gäbe es noch zahlreiche weitere Innovationen und Neuerungen der Digitaltechnologie, wie Curated Shopping, die gänzlich neuen Möglichkeiten der Augmented Reality (AR), automatisiertes Omnichannel-Marketing und vieles mehr zu nennen. Jedoch würde dies den Umfang dieses Blogbeitrags überschreiten.

Fazit: IT takes more than just software!
Die gesamtstrategische Vorgehensweise macht den Unterschied

Die oben genannten und viele weitere Trends prägen das Geschehen im E-Commerce auch noch auf lange Sicht. Die effiziente Umsatzgenerierung braucht also mehr als „nur“ einen guten Onlineshop. In eine erfolgversprechende Gesamtstrategie fließen die klare Analyse der Gegebenheiten, die Zusammenstellung des richtigen Teams sowie die Berücksichtigung digitaler Trends ein. Sind diese Punkte geklärt, besteht der nächste Schritt in der Auswahl des passenden Webshopsystems. Im nächsten Artikel unserer Serie widmen wir uns daher dem Vergleich der verschiedenen Shopsystem-Anbieter und zeigen auf, weshalb Shopware aus unserer Sicht in vielen Projekten am geeignetsten ist.

Es wird spannend! Deshalb: Schaut im nächsten Monat wieder bei Webworker Insider vorbei.

Ihr plant Euer Unternehmen mittels eines Onlineshop auf das nächste Level zu bringen?

Fragt gerne ein Beratungsgespräch an. Wir erarbeiten gemeinsam mit Euch eine nachhaltige Strategie mit dem richtigen Shopsystem.

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